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Reges Interesse bei erster Jobbörse seit 2019

Mitarbeiter der Tiefbau-Firma Siebers aus Goch erklären Schülern eine Roboterkamera auf der Jobmesse. Foto: Evers, Gottfried (eve)

 Viele Arbeitgeber aus der Region präsentierten ihre Ausbildungsangebote in der Klever Stadthalle. Besonders beliebt waren die Stände von Landes- und Bundespolizei.

Das große Interesse nach zwei Jahren pandemiebedingten Ausfalls war schon vor dem Einlass um 10 Uhr offensichtlich: Mehr als 80 Menschen warteten am Mittwoch vor der Stadthalle, um Einlass zur Klever Job- und Ausbildungsbörse zu bekommen. Eine Vielfalt von Ausstellern hat sich eingefunden, um wieder den direkten Kontakt zwischen Arbeitgeber und Arbeitssuchenden zu knüpfen. Verschiedenste Handwerksfirmen aus den Bereichen Tiefbau, Anlagentechnik oder auch Backhandwerk waren ebenso vertreten wie Vertreter sozialer und Pflegeberufe, kaufmännischer, gastronomischer und Verwaltungstätigkeiten. Auch standen Landes- und Bundespolizei je mit einem Stand zur Verfügung und zogen gleich das merkliches Interesse vor allem männlicher Schüler an.

Aber auch ein Außenstand der Tiefbau-Firma Siebers war ein Publikumsmagnet, denn die Schüler konnten vor Ort einen Bagger besteigen. Der Auszubildende Lucas Humbler versuchte interessierten Schülern seine Berufsbranche näherzubringen. Seine Firma bietet ein breites Aufgabenfeld: „Man kann in der Werkstatt oder auf der Baustelle arbeiten, aber auch im Büro“, sagte der 21-jährige angehende Bauzeichner. Vom Fachkräftemangel ist auch seine Firma betroffen. „Wir suchen in allen Bereichen“, sagte Humbler.

Sein Kollege erklärte derweil einen modernen Kameraroboter, der Rohre und enge Schächte dort überprüfen kann, wo Menschen nicht mehr hingelangen. Viktor Mavropoulos unterhält sich mit Humbler am Stand der Firma. Der gebürtige Grieche ist nicht auf Ausbildungs- sondern auf Jobsuche. „Am meisten interessieren mich Baufirmen. Ich habe vorher schon als Kranführer auf dem Bau gearbeitet“, sagt der 30-Jährige und fügt hinzu: „Es muss ein Job für Hände und Beine sein.“

Die Agentur für Arbeit informierte über den aktuellen Arbeitsmarkt und die Möglichkeiten für angehende Azubis. „Der Trend geht dazu, so lange wie möglich Schule zu machen“, sagte Berufsberater Simon Wawrzyniak. Die Berufe verlangten nämlich mittlerweile überwiegend (Fach)-Abitur von ihren Interessenten. Welche Berufe sind gerade beliebt? „Von den Jungs gehen viele Richtung IT“, sagt Wawrzyniak. „Auch Kfz-Mechatronik steht hoch im Kurs“, fügte seine Kollegin Jane Jansen hinzu. Geschlechtergrenzen im Beruf würden zwar noch bestehen, aber zunehmend verwässern. „Es werden auch Männer Erzieher, und auch Frauen drängen in IT-Berufe, da gibt‘s eine Entwicklung“, so Jansen weiter.

Allgemein seien zudem Ausbildungen zum medizinischen Fachangestellten und nach wie vor kaufmännische Berufe im Kreis Kleve derzeit beliebt, heißt es von der Agentur für Arbeit.

Mika aus Bedburg-Hau macht derzeit ein Betriebspraktikum beim Verpackungsanlagen-Unternehmen KHS am Standort Kleve und informierte sich über mögliche Ausbildungsberufe auf der Klever Jobbörse. Der Realschüler möchte noch sein Abitur machen und dann am liebsten Mechatroniker werden. „Mir liegt hauptsächlich Handwerkliches“, sagt der 14-Jährige.

Die 17-jährige Celina aus Kleve neigt auch bereits in eine eindeutige Richtung. „Generell möchte ich zur Polizei oder zur Bundeswehr“, sagt die Berufsschülerin, die an den entsprechenden Ständen der Jobbörse auch gleich Kontakt aufgenommen hat.

 

von Arnd Janssen
Journalistenschüler Redaktion Kleve

Quelle: RP