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Letzter Bauabschnitt in der Düffel beginnt

Nach dem Ende der Brutsaison von Wiesenvögeln können weitere Maßnahmen realisiert werden, die den Lebensraum verbessern sollen.

Ein Rotschenkel in der Düffel. Foto: Otto de Zoete

 

KRANENBURG | (RP) Ab 1. August werden die Bauarbeiten der Nabu-Naturschutzstation Niederrhein in einem Kerngebiet des Naturschutzgebiets Düffel wieder aufgenommen. Nach dem Ende der Brutsaison der bodenbrütenden Wiesenvögel können weitere Maßnahmen in den Kleyen realisiert werden, die den Lebensraum dieser unter Schutz stehenden Vögel verbessern. Dabei geht es vor allem um eine Optimierung des Wasserhaushalts.

Während dieses vorerst letzten Bauabschnitts des LIFE-Projekts „Grünland für Wiesenvögel“ werden zwei weitere teilweise regelbare Staue eingebaut, die das Wasser auf der Fläche länger halten soll. Dies ist insbesondere wichtig, weil sich in den letzten Jahren häufig das gleiche Muster abzeichnet: Während des Winters ist zumeist genügend Niederschlag vorhanden. Im Frühjahr und Frühsommer ist es jedoch zu trocken und zusätzlich sehr heiß. Damit trocknet der Boden sehr schnell ab und wird für die nach Nahrung stochernden Vögel zu hart. Ist das der Fall, brechen die Wiesenvögel ihre Brutsaison teilweise vorzeitig ab.

Zusätzlich zu den Stauen werden vier bereits bestehende Kleingewässer entschlammt und abgeflacht. Diese Gewässer wurden zum Teil in den 1980er und 1990er Jahren als Libellen- und Amphibiengewässer angelegt und haben bislang für die Wiesenvögel, die im Frühjahr auf diese Nasstellen zunehmend angewiesen sind, zu steile Ufer. So werden sie nun für verschiedene Tierarten nutzbar gemacht.

Dass Maßnahmen zum Wasserhaushalt neben der Bewirtschaftungsruhe zum Erfolg beim Wiesenvogelschutz führt, zeigt der Bruterfolg der Rotschenkel in diesem Jahr. Lange Zeit konnten nur noch drei Paare in der Düffel erfasst werden. Dieses Frühjahr wurden insgesamt neun Paare auf Flächen beobachtet, auf denen bereits im letzten Wintern Bauarbeiten zur Optimierung durchgeführt wurden. Sieht man im Vegleich dazu die Zahl von 31 Rotschenkel-Paaren im Jahr 2021 für ganz NRW, so erkennt man, wie wichtig die Düffel als Brutgebiet ist.

Die Maßnahmen kommen nicht nur den Wiesenvögeln zugute. Von ihnen profitieren viele verschiedene gefährdete Pflanzen- und Tierarten – vom Wiesenschaumkraut über den Hauhechel-Bläuling, einem Schmetterling, bis hin zur Schafstelze mit dem leuchtend gelben Bauch oder der Feldlerche. Denn Wiesenvögel sind so genannte Indikatorarten, die anzeigen, wie intakt die Natur in den Feuchtgebieten ist.

Die Bauarbeiten und weitere Maßnahmen im Rahmen des Projekts „Grünland für Wiesenvögel“ werden von der EU und dem Land NRW finanziert; die NABU-Naturschutzstation Niederrhein überwacht und koordiniert sie.